Hämodialyse
Modernste Technik übernimmt wichtige Nierenfunktionen
Die meisten Patienten mit chronischem Nierenversagen erhalten eine Hämodialyse-Behandlung, die drei- bis viermal wöchentlich entweder in einem Dialysezentrum oder zu Hause erfolgt. Bei diesem Therapieverfahren übernimmt modernste Technik wichtige Funktionen der Niere. Die Dialysemaschine pumpt das Blut über ein Schlauchsystem in einen besonderen Filter, den Dialysator, der die eigentliche künstliche Niere ist. Hier wird das Blut des Patienten von Abfallprodukten des Stoffwechsels gereinigt und von überschüssigem Körperwasser befreit. Eine Dialyselösung schwemmt die unerwünschten Stoffwechselprodukte aus. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt.
Während im Dialysator der Reinigungsvorgang abläuft, überwacht die Dialysemaschine den Blutkreislauf außerhalb des Körpers, pumpt Blut und Dialyselösung über getrennte Kreisläufe in den Dialysator und kontrolliert die Zusammensetzung der Dialyselösung. Außerdem setzt sie dem Blut ein gerinnungshemmendes Medikament zu. Dieses verhindert, dass sich ein Blutgerinnsel bildet.
Die Blutentnahme erfolgt über einen Gefäßzugang am Unterarm
Bei der Hämodialyse muss dem Organismus eine größere Menge Blut entnommen werden. Die natürlichen Blutgefäße des Menschen sind dafür jedoch nicht geeignet: In den Venen, die direkt unter der Haut liegen, ist der Blutfluss nicht ausreichend. In den Arterien ist dagegen der Blutdruck zu groß. Außerdem liegen sie deutlich tiefer und sind daher schwer zu finden. Deshalb wird bei einer kleinen Operation eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene geschaffen, meistens im Unterarmbereich. Das Blut durchströmt die Vene dann mit einem höheren Druck und einer höheren Fließgeschwindigkeit. Diese für die Blutversorgung ungefährliche Kurzschlussverbindung wird als Shunt bezeichnet. Wenn kein Shunt vorhanden ist, kann die Blutentnahme vorläufig auch über einen Katheter erfolgen, der in eines der großen Blutgefäße eingelegt wird.
