Peritonealdialyse
Bei der Peritonealdialyse ist das Bauchfell die Dialysemembran
Bei der Peritonealdialyse dient das eigene Bauchfell des Patienten, das Peritoneum, als Filter zur Reinigung des Bluts. Je nach Körperbau und Größe beträgt die Gesamtoberfläche des Peritoneums ein bis zwei Quadratmeter. Das Bauchfell hat ähnliche Eigenschaften wie die Membranen des Dialysators: Durch seine Poren kann es bestimmte Stoffe hindurchlassen und andere zurückhalten. Von den weltweit mehr als 1,5 Millionen Dialysepatienten nutzen etwa 165.000 die Peritonealdialyse.
Durch einen operativ eingesetzten Katheter, einen kleinen Kunststoffschlauch, fließt eine sterile Flüssigkeit (Dialyselösung) in die Bauchhöhle und umspült dort mehrere Stunden lang das gut durchblutete Bauchfell (Peritoneum). Währenddessen treten die Stoffwechselabfallprodukte im Blut über Poren im Bauchfell in die Dialyselösung über. Zusätzlich zieht in der Spülflüssigkeit enthaltener Traubenzucker überschüssiges Körperwasser in die Bauchhöhle. Schließlich wird die Dialyseflüssigkeit mit den Giftstoffen und dem überschüssigen Wasser wieder über den Katheter entfernt und durch frische Dialyselösung ersetzt.
Ambulante und Automatische Peritonealdialyse
Für die Peritonealdialyse stehen zwei verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung: Bei der Kontinuierlichen Ambulanten Peritonealdialyse (englisch abgekürzt CAPD) wechseln die Patienten mit Hilfe eines Beutelsystems etwa vier bis fünf Mal am Tag selbst die Dialyselösung. Bei der Automatischen Peritonealdialyse (APD) übernimmt dies ein Dialysegerät (Cycler) und ermöglicht dadurch eine Behandlung über Nacht. Bei beiden Varianten führen die meisten Patienten die Peritonealdialyse selbstständig zu Hause oder im Büro durch. Sie sind dadurch flexibel und können weiter ihren gewohnten Tätigkeiten sowie ihrem Beruf nachgehen.
Fresenius Medical Care Vorreiter bei biokompatiblen Dialyselösungen
Mit balance und bicaVera bietet Fresenius Medical Care zwei Dialyselösungen an, die pH-neutral sind, nur geringe Mengen an Glukoseabbauprodukten beinhalten und deshalb das Bauchfell schonen. Wie eine kürzlich veröffentliche Studie zeigte, leben Peritonealdialyse-Patienten deutlich länger, wenn bei ihrer Behandlung die biokompatible Dialyselösung balance statt eine herkömmliche Dialyselösung verwendet wird.
Dialyse kompakt – Über die Entwicklung und Geschichte der Bauchfelldialyse (PDF-Datei, 279 KB)
